Wie sage ich es meinem Mitarbeiter? Ein Leitfaden für Führungskräfte ohne Übung darin

Gesprächsführung

Wie sage ich es meinem Mitarbeiter? Ein Leitfaden für Führungskräfte ohne Übung darin

Die wenigsten Führungskräfte haben ein Kündigungsgespräch je gelernt. Man wird zur Führungskraft, weil man fachlich stark ist, im Vertrieb überzeugt oder ein Team gut organisiert – nicht, weil man darin geübt ist, jemandem mitzuteilen, dass die Zusammenarbeit endet. Genau das macht die Situation für viele so belastend: Man improvisiert in einem Moment, der keine Improvisation verträgt.

Was die meisten falsch machen, ist nicht der Inhalt – es ist der Anfang

Viele Führungskräfte reden sich in den ersten Sätzen um die eigentliche Botschaft herum: Sie loben zuerst, erklären die wirtschaftliche Lage, sprechen über die gute Zusammenarbeit – und erst nach zwei Minuten kommt der eigentliche Satz. Für die betroffene Person fühlt sich das oft schlimmer an als die Nachricht selbst, weil sie spürt, dass etwas kommt, aber nicht weiß, was.

Die Klarheit gehört an den Anfang

Eine bewährte Struktur: die Kernaussage in den ersten ein bis zwei Sätzen, klar und ohne Umweg. Danach Raum für Reaktion – Schweigen, Fragen, auch Emotion. Erst danach die Details zu Fristen, Ablauf und nächsten Schritten.

Drei Dinge, die eine gute Vorbereitung leisten sollte

  • Den ersten Satz wörtlich festlegen. Nicht improvisieren, sondern vorher genau formulieren und einmal laut aussprechen.
  • Die eigene Reaktion auf mögliche Reaktionen durchdenken. Was mache ich, wenn die Person weint? Wenn sie wütend wird? Wenn sie schweigt? Wer das vorher durchgespielt hat, wirkt im Moment selbst ruhiger.
  • Wissen, was nach dem Gespräch passiert. Wer begleitet die Person danach? Wie wird das Team informiert? Ein Gespräch endet nicht mit dem letzten Satz im Raum.

Was oft unterschätzt wird: die eigene Betroffenheit

Wer jemanden über Jahre geführt hat, trennt sich nicht „einfach so“. Diese Nähe ist menschlich – und genau deshalb braucht es eine Vorbereitung, die nicht nur den Ablauf klärt, sondern auch die eigene Haltung: Wie bleibe ich klar, ohne kalt zu wirken? Wie bleibe ich menschlich, ohne die Entscheidung zu relativieren?

Fazit

Ein gutes Kündigungsgespräch ist kein Talent, sondern das Ergebnis von Vorbereitung. Wer sich die Zeit dafür nimmt – inhaltlich wie innerlich – führt ein Gespräch, das beiden Seiten die Würde lässt, auch wenn die Nachricht schwer ist.

Genau diese Vorbereitung ist einer der Kernbausteine meiner Arbeit mit Führungskräften.

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