Die Sache, die Dich trägt

Erst gestern war ich wieder auf einer Veranstaltung zur New Work – Wie wir in Zukunft arbeiten wollen. Ein Thema, was mich schon länger interessiert. Wenn ich teilweise bei Kunden bin, frage ich mich, wie die Mitarbeiter in solchen Kulturen noch wirklich effektiv arbeiten können? Unter den Diktaten von Druck, Bewertung, Normerfüllung und einer Wertschätzungskultur, die aus meiner Sicht nur sehr eingeschränkt vorhanden ist. Aber dazu in einem anderen Blog mehr, zurück zu „Die Sache, die Dich trägt.“ Das Publikum auf der Veranstaltung war erlesen – vom erfolgreichen jungen Startup-Unternehmer bis hin zum honorierten Forscher und Vorstandsmitglied. Ich kam zu spät und stand bei der ersten Key-Note mit meinem Mantel von Paul Davis. Einen Mantel, den ich mir letztes Jahr gekauft hatte, weil er mich zeigt; ich ihn einfach liebe. Es war nicht das erste Mal, dass ich über den Mantel die Blicke auf mich zog. Ich mochte die Blicke, sie waren eher bewundernd als abwertend. In der Vergangenheit hatten mir Menschen bereits gesagt: „…was für ein außergewöhnlicher Mantel!“, „Wow, was für ein tolles Teil!“…. Diesmal war es anders.

Ein Typ um die 30, dunkelgrauer Anzug, stylischer Schal, der offensichtlich auf sein Äußeres achtete, kam auf mich zu. „Toller Mantel! Ich habe den Eindruck, der zeigt authentisch Deine Persönlichkeit… er scheint Dich wirklich zu tragen.“ Ich schaute ihn etwas verwundert an. Die Keynote war so spannend, ich wollte ihr weiter folgen. Ich bedankte mich für sein Kompliment und wir verabredeten uns locker zu einem späteren Gespräch. Das Gespräch hat sich an diesem Tag nicht mehr ergeben. Der Satz beschäftigte mich den ganzen Tag. Ich schaute mir die Menschen auf der Veranstaltung an und fragte mich immer wieder, sind die Klamotten, die sie angezogen haben wirklich welche, die sie tragen, die sie stärken – ihr Selbstbewusstsein nach außen zeigen? Die auch ihren Erfolg zeigten?

Der Typ hatte recht. Ja, der Mantel trägt mich, er gehört zu mir, er unterstützt meine Persönlichkeit. Die Geschichte, wie ich ihn gekauft habe, ist einfach. Ich sah ihn bei Paul und dachte im ersten Moment, wow was für ein schöner Mantel… so ungewöhnlich … nicht Mainstream … und ich hatte sofort das Gefühl, der passt zu mir. Doch dann kam der Gedanke auf, wo sollst Du ihn tragen? … Abends zu einem Konzert in der Philharmonie…, ja das würde gehen. Die Vorstellung, ihn wirklich an einem normalen Tag zu einem Termin zu tragen, schloss ich allerdings sofort aus… so hing der Mantel an der Garderobe in meiner Wohnung und wartete auf die passende Gelegenheit.

Warum darauf warten?
Fragen wie: Was werden die Leute denken, wenn Du mit diesem Teil bei einem Meeting auftauchst? …Die werden Dich auslachen… sich fragen, was ist das für ein komischer Vogel… sie werden mich nicht ernst nehmen, tauchten in meinem Kopf auf und ließen den Mantel an der Garderobe hängen. Was für ein Bullshit… nach ca. einer Woche, in der ich den Mantel immer betrachet hatte, zog ich ihn einfach über und ging damit los. Die Reaktionen waren total positiv, bewundernd, wertschätzend… auch wenn sich Sätze wie „Du kannst sowas tragen! Ich könnte das nicht….“ untermischten… Warum eigentlich nicht? Was hält uns davon ab, aus der Uniformierung herauszutreten und wirklich das zu tragen, was uns trägt?

Heute trage ich den Mantel mit Authentizität und die Blicke, die mich streifen, nehme ich als Wertschätzung wahr und frage mich immer, warum nicht auch Ihr? So ging es mir auch auf der Veranstaltung. Waren die Jeans, die fast jeder trug, wirklich Ausdruck der eigenen Individualität oder war es die Angst, sich zu zeigen, Persönlichkeit zu zeigen. Coco Chanel sagte einmal: „…Kleide Dich jeden Tag so, als ob Du Deine große Liebe treffen würdest.“ Was ziehen wir an, wenn wir uns von unserer besten Seite zeigen, wenn wir wirklich authentisch sein wollen? Wenn wir nun selbst unsere große Liebe wären?! Was würden wir dann tragen?
Ich bin davon überzeugt, dass wir es uns wert sind, unsere große Liebe zu sein und das auch zu tragen, was uns wirklich zeigt: unsere Persönlichkeit zum Ausdruck bringt. Wenn ich mir heute neue Gaderobe kaufe, frage ich mich nicht mehr: Entspricht das dem gesellschaftlichen Bild? Oder: Was sollen die Leute sagen? …sondern ich frage mich, welche Facette meiner Persönlichkeit zeigt dieses neue Stück, was möchte ich ausdrücken, was will ich von mir zeigen? Wie wird das neue Sakko oder die Hose mich in meiner großen Liebe unterstützen? Ich stelle mir häufig vor, wie bunt die Welt wäre, wenn jeder das tragen würde, was ihn wirklich in seiner Persönlichkeit unterstützt, ihn sichtbar macht. Vielleicht würde sich sogar das Angebot der Fashion-Industrie ändern. Für mich ist diese Vision einer bunten Welt so attraktiv, dass ich Menschen gerne unterstütze, das zu tragen, was sie wirklich trägt. Mit den Menschen auf die Suche nach ihrem eigenen Stil zu gehen, ist für mich eine wunderbare Erfahrung. Menschen zu erleben, die ihre störenden Gedanken abgelegt haben und das anziehen, was sie trägt.

Wie wäre es, wenn Sie das nächste mal beim Shopping sind und den Stoff fühlen, den Schnitt betrachtest und Sie sich fragen: „Welchen Teil meiner Persönlichkeit wird dieses gute Stück ausdrücken? Wieviel Zentimeter werde ich in meiner Persönlichkeit wachsen? Und es muss, wenn Sie den ersten Schritt gehen, ja nicht gleich Ihr Lieblings-Shopping-Center sein. Kaufen Sie es einfach online!

Schauen Sie für sich selbst, in welchen Schritten Sie Ihren Stil noch persönlicher gestalten wollen. Vielleicht ist es, wie ich es mit meinem Mantel gemacht habe. Lassen Sie Ihren eigenen authentischen Luxus in Ihr Leben! Vielleicht ziehen Sie die neue Garderobe erst auf dem Sofa zu Hause an? Auf einer Party? Sein Sie es cih selbst wert… pay yourself first. Sie werden es lieben und Menschen werden Sie mit neuen Augen sehen.

Wie ist es für Sie, wenn die Welt etwas bunter wird… und Sie ein ganz authentischer eigener Farbpunkt sind, der den Mut hat, sich wirklich zu zeigen?!

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